Monat: April 2016

An der Nordseeküste #004

An der Nordseeküste #004

Urlaub angesagt! Und somit beginnt das große Packen und Grübeln was alles mit muss. Für solche größeren Unternehmungen hatte ich ja bereits auf dem Midsummer Bulli Festival angefangen eine Packliste in Excel zu schreiben. Diese wurde nun um einiges erweitert…

Aber zum Glück schon im voraus und nicht so wie beim letzten Mal als es zu spät war. Plötzlich vielen einem sogar banale Dinge ein wie Küchenrolle oder eine Drahtbürste für den Grill. Ich bin am überlegen meine Packliste mal hier hochzuladen, sodass auch vielleicht du etwas findest was unabdingbar für deine Tour ist, aber dir vielleicht noch nicht eingefallen war. Mal abgesehen von dem was alles gepackt werden musste, so war auch noch einiges am Bulli zu machen. So habe ich bspw. endlich den Wasserhahn repariert und auch die Frischwasserpumpe ausgetauscht. Also gibt es ab nun auch Frischwasser aus der eigenen Leitung. Der Luftfilter musste nun nach über 15.000 Kilometern auch endlich mal neu gemacht werden. Für einen Ölwechsel war leider erst nach dem Urlaub wieder Geld so musste dieser erstmal warten.

Nachdem unsere Köpfe vom denken was alles gebraucht wird am qualmen waren, kamen wir zu dem Entschluss, dass wir langsam alles hätten aber Kleinigkeiten ja auch immer noch unterwegs gekauft werden könnten. Schnell nochmal fix geschaut ob der Reifendruck Ölfüllstand und Gasmenge stimmt und ab ging die Fahrt gen Norden.

Und Norden kann man hier doppelt sehen. Im einem die Himmelsrichtung Norden, aber im anderen Sinne auch die Stadt Norden. Denn das war unser erstes Ziel für die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Geplant war es dort vor einem Schwimmbad die erste Nacht zu verbringen. Auf dem Weg an die Nordsee regnete es teilweise sehr stark! Der Scheibenwischer quälte sich bei höchster Schnelligkeit die Scheibe frei zu halten. Aber im inneren unseres Bullis war es warm und schön. Bei einem selbst zusammengestellten Mixtape hatten wir gute Laune und ließen uns diese nicht vom Wetter verderben.

Je näher wir der See aber kamen desto klarer wurde der Himmel und schon bald strahlte die Sonne mit uns um die Wette. Das Gefühl in den Urlaub zu fahren und sich um nichts zuhause kümmern zu müssen ist awesome!

In Norden angekommen ging es gleich erstmal noch ein Stück weiter nach Norddeich. In Norddeich ist ein Hafenbecken direkt an der Nordsee. Gegen eine nicht gerade teure Gebühr kann man dort direkt parken und hat es nicht weit über den Deich. Auf dem Deich und an der angrenzenden Wiese ist das Drachensteigen erlaubt und viele nutzen dieses Angebot auch. Diesmal ist mein Drache aber im Kofferraum geblieben und hat vergebens auf seinem Einsatz gewartet.

Ich genoss die Seeluft mit meiner Freundin. Ein kleiner Bummel noch durch die Nordener Fußgängerzone wobei ich den Laden von U.S Willy wärmstens empfehlen kann. Von außen ein kleines schnuckeliges Geschäft. Aber von Innen Klamotten alt und neu auf mehr als 3×40 Metern. Eine ewige Schlange aus Jacken Hosen und Schuhen auch einige Exoten sind dabei.

Nachdem dann doch etwas ausgiebiger gewordenen Bummel ging es dann auf den Parkplatz des Schwimmbades. Ein Platz auf dem man hinter Schranken für eine kleine Gebühr übernachten kann. Dieses Mal schien eine Art Rummel vor Ort gewesen zu sein und deshalb wurde der normale Autoparkplatz auch zum campen genutzt. Schnell trat wieder ein bekanntes Problem auf. Eine Toilette muss her. Also zum Schwimmbad gegangen, was zum Glück noch offen war und das Örtchen benutzen. In meinem Kopf spielt langsam der Gedanke an ein Porta Potty.

Zum Abendbrot gab es lecker Nudeln in einer Tomatensoße mit Wurstscheibchen. Hmmm war das lecker. Fix ging es dann auch schon ins warme gemachte Bettchen denn es war schon dunkel und garantiert schon halb 11. Ab in den warmen Schlafsack Bettdecke drüber und schön zusammen kuscheln. Nicht lang und wir schliefen ein. Irgendwann weckte mich meine Freundin und sagte mir, dass sie wieder aufs Klo müsse. :-O ich hatte sie extra gefragt bevor wir uns hingelegt hatten ob sie nochmal gehen wolle. Sie meinte aber groß, dass sie es bis zum nächsten Tag aushalten würde wenn wir eh ins Schwimmbad gehen würden. Aber sie ging wenigstens alleine raus in die Kälte und ich konnte im Warmen bleiben. Gefühlt verging eine Ewigkeit die ich so da lag und darauf wartete, dass sie wieder kam. Bis ich dann endlich die Schiebetür wieder hörte und sie schon bald wieder neben mir lag.

Verdattert sagte sie mir, dass es erst 22:30 sei. Wie früh mussten wir dann ins Bett gegangen sein? Wir dachten ja da schon, dass es halb 11 sei. Darüber das ich im warmen bleiben konnte, hatte ich mich wohl zu früh gefreut denn meine bessere Hälfte meinte ihre Eisig kalten Hände und Füße an mir aufzuwärmen :-O Ein kleiner Plausch noch und bald waren wir wieder eingeschlafen.

Am nächsten Morgen war es eisig im ganzen Bulli. Ich opferte mich und stieg aus dem Schlafsack um eine heiße Schokolade zu kochen. Gegen 10 Uhr sind wir dann in das Salzschwimmbad gegangen. Das warme Salzwasser tat sehr gut auf der Haut und auch die Rutschparty in der Wasserrutsche machte viel Spaß. Nach einer ausgiebigen Dusche ging es dann zurück zum Bulli Sachen packen und auf nach Bensersiel.

In Bensersiel war ich mit 5 Jahren das erste Mal. Damals mit meinem Großeltern zusammen und deren Wohnmobil. Ich kann mich noch gut daran erinnern. Bensersiel hat einen Campingplatz von über 3km Länge direkt am Strand und noch vor dem Deich. Mit dem Bulli ist das campen sehr einfach…

Ankommen, zusehen das man nicht zu schief steht. Strom anschließen oder ggf. Gasflasche aufdrehen Fenster zuhängen und fertig. Wenn das Wetter dann noch Bombe ist wird vielleicht noch ein kleiner Tisch und 2 Campingstühle rausgestellt.

Am ersten Tag in Bensersiel haben wir gar nicht mehr so viel gemacht, außer Lebensmittel eingekauft und das schöne Meer bzw. das Watt genossen wenn das Wasser gerade mal nicht da war. Am Freitag war Karfreitag und somit hatten die Geschäfte geschlossen. Trotzdem mussten wir tanken fahren, denn im Tank war kaum noch was drin und die Nacht war zu kalt um die Zusatzheizung nicht anzumachen. Den Rest des Tages haben wir mit kleinen Spaziergängen am Wasser und mit lesen und DS spielen verbracht, denn leider war der Tag verregnet und nebelig.

Am Samstag fassten wir den Entschluss nach Esens bummeln zu fahren und auf jeden Fall einen Heizlüfter zu kaufen, denn trotz Schlafsack und extra Decke drunter und drüber war es mitten in der Nacht doch sehr frisch. Wir dachten uns, wenn wir schon den extra Strom zahlen, dann könnten wir diesen auch richtig ausnutzen und einen Heizlüfter mit Temperaturregler kaufen, damit wir nicht den teuren Diesel verheizen.  Die Sonne knallte den ganzen Tag und so holten wir die Campingstühle raus und setzten uns vor den Bulli.

An diesem Tag habe ich das Buch der Orangetrotter fast zu Ende gelesen. Die Geschichte, die die Beiden erlebt und aufgeschrieben haben liest sich extrem gut und spannend.


Am Abend musste ich doch dann glatt feststellen, dass ich fast einen Sonnenbrand hatte :-O Aber eben nur fast 
Wir gönnten uns den Luxus im Urlaub mittags und abends warm zu essen und so konnte ich mir schöne Dinge zum Essen einfallen lassen. Mittags gabs einen Salat und abends leckere Chicken Nuggets in einer warmen dicken Soße zum dippen dazu Reis.


Mir persönlich macht das Kochen auf dem kleinen Gas Feld jede Menge Spaß. Generell kochen macht Spaß, aber im Bulli kriegt halt alles nochmal den kleinen aber feinen extra Touch.


Das Wetter war sogar so gut, dass ich meinen Drachen doch noch rausgeholt habe und eine ihn eine kleine Runde steigen lassen habe. Das Spezi von Paulaner zum Abend rundete den schönen Tag ab.

Am Ostersonntag war es leider wieder sehr windig, sodass man die Sonne nur in Zügen genießen konnte, aber rechtzeitig wieder rein in den warmen Bulli musste bevor man Kopf oder Ohrenschmerzen bekam. Aber auch durch das Dachfenster von dem Westi schien die Sonne auf uns herab. So habe ich den vormittag damit verbracht das Buch „Augenblicke einer Weltreise“ zu Ende zu lesen. Zu gern wäre ich dabei gewesen und hätte es aus nächster Nähe selber erfahren. Wer weiß vielleicht beginnt bald eine ähnliche Reise für uns *-*


Zu Ostern habe ich eine kleine Überraschung von meinen Eltern bekommen. Das Buch vom „Kiez zum Kap“ in dem 2 Freunde den Entschluss fassen mit einem T3 Synchro mit Klappdach von Hamburg dem Kiez bis nach Südafrika Kapstadt dem Kap zu fahren. Über den Film der den gleichen Namen wie das Buch trägt habe ich bisher nur negatives gehört. Bspw. dass es in dem Film mehr um die Liebe zu dem Fußballverein FC St. Pauli geht und weniger um die Reise und den T3. Aber ich muss sagen in dem Buch kommt das Reisefieber gut rüber. Es ist gut beschrieben wie und was die beiden erleben und die Liebe zum Fußball nur ein vielleicht zweimal erwähnt. Erstaunlich ist was diese beiden zum Schluss alles geleistet hatten. Das Buch fesselte mich so, dass ich es am gleichen Tag noch durchgelesen hatte.

Ob der Preis gerechtfertigt ist? Darüber lässt sich streiten es ist in einer ziemlich großen Schriftart geschrieben und enthält auf jeder Seite mindestens 2 Bilder, die die Hälfte der Seite einnehmen. Aber es sind schöne Bilder, die dem Text noch einen extra Geschmack an Reiselust verleihen. Nun war ich aber an einem Punkt an dem ich keine Lektüre mehr hatte :-O und es war noch viel Urlaub vor uns!

Ich verbrachte die Zeit mit meiner analogen Spiegelreflexkamera draußen und lösten den Auslöser immer öfter aus. Die Leute schauten ein wenig verwundert wenn ich den Film wieder spannte und zum neuen auslösen ansetzte. Ich glaube einige haben schon lange keine analoge Fotografie mehr gesehen.
Bei meiner Tour entdeckte ich einen roten California Westfalia T3, von dem mir die Webadresse der IG-T3 entgegen lächelte. Auch wir sind in der IG-T3 vertreten. Da ich niemanden am California ausmachen konnte schrieb ich eine kleine Nachricht und klemmte diese unter den Scheibenwischer. Später kam Christian dann zu uns und plauderte mit mir Schöne Grüße an dieser Stelle! Wie klein doch die Welt ist, dass man überall gleichgesinnte kennen lernt. Der Montag wurde mit vielen Kleinigkeiten gefüllt. Am Dienstag ging es dann auch schon wieder Richtung Heimat. Unser Kurzurlaub sollte zu Ende sein und mit jedem gefahrenem Kilometer wurde die Fernweh größer wir würden gerne länger bleiben.

Auf dem Rückweg wollten wir noch einen kleinen Abstecher nach Lüneburg machen. Lüneburg kenne ich wie meine Westentasche. Mein Hintergedanke war: ich brauchte neuen Lesestoff. Während wir so fuhren viel uns auf, dass unser Navi eine andere Uhrzeit ansagte als unsere Uhren im Bulli. Wir hatten tatsächlich die Uhrenumstellung verpennt. So entspannt waren die Tage Und nun hat uns der Alltag schneller zurück als gedacht. Und während ich das hier schreibe bekomme ich wieder Reiselust.

Vielen Dank an Karo die wundervollste Freundin die man sich wünschen kann. Danke, dass du allen „Scheiß“ mitmachst und ich nachher sogar noch dafür auf die Schulter geklopft bekomme.