Monat: Juli 2016

Mers-les-Bains #005

Mers-les-Bains #005

Der Norden Frankreichs sollte es diesmal werden um genau zu sein Mers-les-Bains.

Mers kannte ich schon durch zwei Urlaube mit meinen Eltern. Es ist ein kleines Städtchen direkt an der Küste inmitten von zwei Kreidefelsen. Damals hatten meine Eltern und ich jeweils eine Ferienwohnung. Diesmal wollten Karoline und ich im Bulli los.

Karoline war auch schon ganz neugierig durch meine Erzählungen aus den vergangenen Urlauben. Bevor es aber losgehen konnte mussten einige Dinge organisiert und erledigt werden. Wir hatten uns dazu entschieden das Geld was sonst in einen Campingplatz geflossen wäre in den Bulli zu investieren um „wild“ zu campen. So musste ein Stromwandler für die unverzichtbaren Elektrogeräte her. Ebenso musste die Toilettenfrage geklärt werden. Und da mir mein Navigationsgerät mal bei einem Einbruch in mein Bulli geklaut wurde, musste auch noch die Navigation geklärt werden. Der Stromwandler war gar kein Problem. Gekauft, festgeschraubt und angeschlossen und schon war die erste Aufgabe erledigt. Nachdem bei den örtlichen Händlern Porta Pottis deutlich zu teuer waren, plante ich einen Zwischenstop bei dem Megastore Obelink in Holland ein. Geplant war es dort eine Nacht auf dem Parkplatz zu verbringen, aber dazu später mehr. Im Netz habe ich nach Navigationsgeräten geschaut. Bis mir irgendwann die Idee kam evtl. mein kleines Netbook was bisher nur rumlag als Navi zu nutzen. GPS USB Antenne bestellt und Autoroute installiert.

Für das Laptop habe ich eine Laptophalterung für das Armaturenbrett gebastelt. Route eingetippt und los ging es auch schon. Nach einer entspannten Fahrt ohne Probleme und an die Gewöhnung an das Laptop Navi, standen wir abends am Obelink Parkplatz und mussten entsetzt feststellen, dass übernachten auf dem Parkplatz weder möglich noch erlaubt war. Also mussten wir uns einen anderen Platz zum übernachten suchen. Die Wahl fiel auf einen Campingplatz. Die Nacht war sehr teuer mit 32€ für 2 Personen. Aber da wir noch keine Boardtoilette hatten war es uns das wert eine Toilette in der Nähe zu wissen. Der Platz war ordentlich und auch gut besucht. Aber wirklich sehr teuer und es gab kein Klopapier auf den Toiletten… Zum Glück hatten wir welches für Notfälle eingepackt.

Die Nacht war am nächsten Tag schnell vorbei. Denn der Bulli wärmte sich durch das Fenster im Hochdach unter direkter Sonneneinstrahlung sehr schnell auf. Ein gemütliches Frühstück, die sieben Sachen gepackt und auf zum Obelink. Fünf Minuten nach Öffnung waren wir dort und der Parkplatz schon rappelvoll. Drinnen angekommen waren wir erstmal von der gewaltigen Größe erschlagen. Verteilt auf mehrere Hallen gab es alles was das Camper Herz begehrt und braucht. Auch Dinge wo man bis vor fünf Minuten noch gar nicht wusste das sie existieren bzw. das man sie braucht. Unsere Mission Toilette wurde auch noch einmal ausgebremst. Denn das Modell welches wir kaufen wollte war bis auf das Ausstellungsstück ausverkauft. So mussten wir uns mit einem etwas kleinerem Modell zufrieden geben. Nach 50 Kilometern fiel mir dann auch wieder ein was wir noch bei Obelink kaufen wollten was ich aber durch die gewaltige Größe vollkommen verdrängt hatte. Einen Campingduschbeutel wollten wir eigentlich auch noch kaufen.

Gut so mussten wir uns zum duschen etwas anderes einfallen lassen. Auf unserem weiteren Weg kamen wir durch Belgien und mitten in Belgien wollte auf einmal die Batterie nicht mehr laden. Meine Angst war groß, dass der Keilriemen für die Lichtmaschine weggeflogen sei. Ich hatte zwar einen Keilriemen dabei, wusste aber nicht ob es der richtige war, weil dieser mir mal bei einer Aufräumaktion in die Finger gekommen ist. Der Blick durch die Serviceklappe lies mich aber erleichtern. Damit ich nicht den Paulchen Fahrradträger und unsere Fahrräder abnehmen musste öffnete ich die Motorabdeckung von innen. Auch der Laderegler sah noch Top aus. Als ich dann auf die Idee kam ein bisschen mehr Licht zu machen, weil die Vorhänge zu waren, fiel mir auf, dass ein Kabel an der Lima ab war. Neuer Kabelschuh dran und weiter ging die Fahrt. An der französischen Grenze wurde es nochmal etwas skurril, denn die Autobahn wurde auf eine Spur zusammengeführt und kurze Zeit später runtergeleitet. Ich vermute diese Aktion ist eine Folge der schlimmen Anschläge in Frankreich und nicht zuletzt wegen Nizza.

Dieses grausame Ereignis war ja nicht mal zwei Tage vor unserem Urlaub geschehen. Die nächste Auffahrt konnte man auch direkt wieder auf die Autobahn drauf fahren.  Um 22 Uhr kamen wir dann endlich in Mers-les-Bains an. Die Sonne tauchte gerade Blutrot in das Meer ein. Karoline und ich machten noch einen Spaziergang auf den Kreidefelsen, um den Sonnenuntergang auch von dort begutachten zu können. Auf dem Kreidefelsen ist eine alte Bunkeranlage aus dem zweiten Weltkrieg.

Die erste Nacht haben wir in einer kleinen Einkaufsecke auf dem Parkplatz verbracht, weil uns auch allmählich der Sprit ausging und die Tankstellen alle nur mit Kartenzahlung funktionierten. Wir konnten aus dem Grund nicht tanken, weil unsere Konten leer waren… Denn wir dachten uns lieber Bargeld im Urlaub anstatt mit der Karte Gebühren zahlen zu müssen. Dem Problem mit dem leeren Konto konnten meine Eltern zum Glück entgegen wirken mit einer kleinen finanziellen Spritze in Form einer Überweisung. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle Manchmal seit ihr einfach mein letzter Ausweg, auch wenn ich diesen meistens nicht gerne wähle. Aber Danke Am nächsten Tag mussten Wasserschuhe her, denn Karo mochte den Steinstrand in Mers nicht Barfuss oder mit Badelatschen runterlaufen. Bei Intersport sind wir dann tatsächlich endlich fündig geworden. Also auf zum Wasser. Noch schnell ordentlich eingecremt und auf in das kühle Nass…

Boah wie ich das vermisst habe. Karo wollte den Tag noch nicht schwimmen was ich nicht so ganz verstehen konnte, denn zuhause fragt sie mich ständig ob ich mit ihr schwimmen gehen würde. Mittags gab es grundsätzlich klassisch französisches belegtes Baguette. Das konnte man mal eben schnell machen und auch mit an den Strand nehmen. Generell kann ich Mers-les-Bains und Umgebung nur empfehlen. Eine sehr schöne Gegend schöne alte Häuser und wunderschöne Natur. Das Wasser sollte angeblich 20 Grad warm sein… Davon war aber nichts zu fühlen Es war eher kälter. Die Lufttemperatur betrug während wir dort waren zwischen 30 und 35 Grad und auch abends gegen 22 Uhr waren es immer noch mindestens 25 Grad. Die zweite Nacht haben wir auf einem Parkplatz vor der Ferienwohnung geschlafen in der ich vor ca. 4 Jahren mit meinen Eltern war. Also quasi direkt am Wasser. Die Tage haben wir eigentlich immer mit dem selben Programm verbracht Sonnen, Schwimmen und Bummeln. Also das volle Entspannungspaket.

Für die zwei folgenden Nächte standen wir im Nachbarort Le Treport auf dem Kreidefelsen auf einem kleinen Stellplatz, welcher 6,10€ pro Nacht kostet. Man darf dort allerdings maximal 48h bleiben. Der Platz wird Kameraüberwacht und regelmäßig fährt die örtliche Gendarmerie vorbei. Obwohl man an einem der höchsten Orte steht wird es schön kühl sobald die Sonne hinter dem Kreidefelsen untertaucht. Wobei es dann im „Tal“ noch knapp 2-3 Stunden wärmer ist. Wir haben uns abends im Schatten des Bullis hingelegt und die Zweisamkeit genossen. Am zweiten Abend war ein holländisches Pärchen mit einem LT auf dem Platz welches uns freundlich dazu eingeladen hat uns neben sie zu stellen. Nach einigen Verständigungsproblemen haben wir uns auf Englisch geeinigt Nachdem sie in ihren LT verschwunden waren, kamen sie nach einer Zeit wieder raus und erzählten uns, dass wir ihren Platz haben könnten, denn sie hätten sich entschieden weiter nach Ibiza zu fahren. Es stellte sich heraus, dass die beiden das „Free Wild Life“ lebten. Noch ein paar Worte ausgetauscht und weg waren sie.

Schade denn der Abend zu viert wäre sicher toll geworden. Aber Leute die es weitertreibt soll man nicht aufhalten. Also „have fun!“ Die letzte Nacht waren wir wieder vor der gleichen Ferienwohnung wie in der zweiten Nacht. Am nächsten Morgen musste ich leider entsetzt feststellen, dass der Schrank unter der Spüle klitsch nass war… Der Abwasserschlauch war kaputt gegangen… Und so konnte das ganze Wasser in und unter den Schrank laufen. Also schonmal Küche ausbauen und Boden trocken legen auf die To Do Liste für zuhause gesetzt. Wieder nach einem gemütlichen Frühstück und einem abschließenden Küstenspaziergang ging es entspannt auf den nach Hause Weg. Alles lief erstmal wunderbar und unserer Bulli feierte sein Neuwagen Debüt. 

Hier ein kleines Video

 

 Aber nach nichtmal 40 Kilometern verabschiedete sich der Keilriemen für die Wasserpumpe und wir mussten mitten in Belgien auf den Standstreifen wechseln. Ja es war wieder Belgien. Nach ein paar Versuchen einen neuen Riemen (den ich von der Aufräumaktion hatte) aufzuhebeln, wurde mir das ganze kurz vor einer Ausfahrt zu gefährlich…   Ich entschied mich dafür die Autobahn langsam zu verlassen und auf einem Tankstellengelände anzuhalten. Dort legte ich den Riemen dann so wie es sich gehört auf. Unsicher ob es hielt machten wir vorsichtig ein paar Versuchsläufe… Zum Glück klappte nun alles.       Von nun an sind wir aus Sicherheit und Angst um den Keilriemen noch langsamer gefahren als sonst. Wir wollten einfach nur noch nach Hause und ohne weitere Panne voran kommen. Deshalb packte mich der Ehrgeiz und ich fuhr bis 1:30 Uhr durch bis wir zuhause waren. Rückblickend werde ich das nie wieder machen Und nun nach einem super tollen Urlaub heißt es Schadensbehebung.

Aber davon wann anders mehr.

Vielen Dank mein Schatz für diesen bisher besten Urlaub den ich hatte. Ich freue mich auf jeden Weiteren mit dir! Und danke dafür, dass du mich unterstützt hast und einen kühlen Kopf behalten hast, auch wenn ich kurz davor war in Belgien die Beherrschung zu verlieren :-*